Video Chat mit der Großmutter

Corona-Pandemie – Wie man mit Oma und Opa in Verbindung bleibt

 

 

Die Pandemie hat uns alle hart getroffen, besonders wenn es darum geht, die Verbindung mit den Menschen, die wir lieben, aufrechtzuerhalten. Glücklicherweise gibt es hierfür technische Lösungen, wie Messenger und Videochats. Es ist sogar möglich, sich gemeinsam Filme ansehen – auch wenn man räumlich voneinander getrennt ist.

 

Video Chat mit der Großmutter

 

Allerdings kann es eine besondere Herausforderung sein, wenn man mit jemandem in Kontakt bleiben möchte, der technisch nicht so versiert oder aufgrund seines Alters oder seiner Lebensumstände anderweitig eingeschränkt ist. Kürzlich schrieb mir ein Freund über sein Dilemma:

 

„Kennst Du eine Möglichkeit, wie wir eine Videokonferenz mit unserer Mutter einrichten und dabei auch Videos (YouTube) zu ihrer Lieblingssendung zu streamen können?

 

Leider müssen wir unsere Mutter in einem Seniorenheim unterbringen, da sich ihre Demenz verschlimmert hat. Aus Sorge um ihre Sicherheit haben wir ein Heim gewählt, das großen Wert darauf legt, die Bewohner vor einer COVID-Infektion zu schützen, indem man die Besuchsmöglichkeiten stark einschränkt.

 

Meine Geschwister und ich leben zudem nicht in der gleichen Stadt wie meine Mutter; daher würden wir gerne per Videochat Kontakt zu Ihr halten. Die Seniorenbetreuung hat uns jedoch bereits mitgeteilt, dass Tablets, Notebooks etc. im Voraus eingerichtet werden müssen. Die Pfleger*innen können schließlich keinen technischen Support leisten. Unsere Mutter ist aber kognitiv kaum mehr in der Lage ein Tablet zu bedienen.“

Mein Tipp: Ein Smart-Display

Ich bin froh, dass mein Freund mir so ausführlich über seine Problem berichtet hat. Das hat mir wiederum sehr geholfen, als ich über eine passende Lösung nachdachte. Ich glaube, eine Möglichkeit gefunden zu haben, diesen Herausforderungen zu begegnen. Aber lasst uns erst kurz die wichtigsten Punkte durchgehen.

 

Was auch immer für ein technisches Hilfsmittel man nutzt, um mit Verwandten im Pflegeheim in Verbindung zu treten; es muss etwas sein, das absolut einfach zu bedienen ist. Da die Mitarbeiter des Seniorenheims das Gerät nicht bedienen, sondern es nur an die Stromversorgung anschließen, wäre ein Notebook schon mal ungeeignet. Irgendjemand müsste dieses schließlich hochfahren und entsprechende Programme starten. Ich bezweifle, dass man einen Laptop rund um die Uhr im Zimmer des Angehörigen laufen lassen möchte. Sobald etwas nicht funktioniert, müssten die Heimmitarbeiter bei der Fehlersuche helfen, was viele Pflegeeinrichtungen verständlicherweise ablehnen.

 

Man könnte ein Smartphone aufstellen und sich in einen Videochat einwählen. Aber das wäre ein furchtbar kleines Bild, womit sich ältere Leute entsprechend schwer tun. Ein Tablet scheint besser geeignet. Aber ich denke, es gibt eine noch bessere Lösung: Ein Smart-Display, z.B. den Nest Hub Max von Google. Hier handelt es sich im Grund um ein Display zur Steuerung eines Smarthomes. Solche Geräte sind sehr einfach und benutzerfreundlich gestaltet und lassen sich auch wie ein Tablet nutzen.

 

Wenn man ein solches Display einmal angeschlossen und eingerichtet hat, arbeitet es ziemlich autark. Es aktualisiert sich bei Bedarf selbst, stellt die Verbindung zum Internet wieder her, falls es einmal ausfällt, und die meisten Fehler lassen sich durch eine kurzzeitige Trennung vom Stromnetz beheben. Das entspricht genau dem, was die Mitarbeiter der Einrichtung tun können, falls dies nötig sein sollte.

Was man beachten muss

Es gibt jedoch eine kleine Besonderheit, die man beachten sollte, wenn man das Smart Display von Google einrichtet. Bevor man es im Seniorenheim aufstellt, benötigt man eine Telefonnummer, die man damit verknüpfen kann (z.B. in Form einer Pre-Paid-SIM-Karte). So ist es möglich den Smart-Screen mit Google Duo zu nutzen. Am besten richtet man hierfür ein neues Google-Konto ein, hängt eine Google Voice-Telefonnummer an und fügt diese einem eigenen Google-Konto als Mitglied des Haushalts hinzu (damit man das Smart Display aus der Ferne steuern kann).

 

Wenn der bzw. die Angehörige nicht in der Lage ist, Anrufe selbst zu beantworten, hat man zwei Möglichkeiten, Videochats zu starten. Man kann in der Google Home-App eine Routine für das Konto des Angehörigen einrichten, die bei Aktivierung die eigene Telefonnummer anruft oder die Nummer, die man mit Google Duo verwendet. Hierbei kann man auch die integrierte „Kamera“-Funktion in der Google Home-App verwenden, um einen Live-Feed vom Smart-Display abzurufen.

 

Ich selbst mag den Google Duo-Ansatz, da ich denke, dass dies eine recht elegante Lösung ist. Und ich bin mir sicher, dass es auch Möglichkeiten gibt, einen Gruppen-Videochat einzurichten, wenn man sich in die Thematik tiefer eingearbeitet hat.

 

Wem das alles etwas verwirrend vorkommt, für den gibt es auf Reddit eine fabelhafte Anleitung. Es muss natürlich nicht das Smart-Display von Google sein. Man kann auch ein Amazon-Display verwenden. Die neue „Care Hub“-Funktion von Amazon bietet viele gute Funktionalitäten.

 

Das einzige größere Problem, auf das man stoßen könnte, ist das Seniorenheim. Dieses könnte sich weigern, ein Gerät zuzulassen, das von außen aktiviert und gesteuert werden kann. Außerdem sollten man das intelligente Display so weit wie möglich sperren, um die Möglichkeit zu verringern, dass jemand anderes es auslöst.

 

Somit handelt es sich um keine perfekte Lösung, aber die beste, die ich kenne und die am wenigsten Arbeit macht.

 

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