Homeoffice wegen Corona? Was kann ich von der Steuer 2020 absetzen?

 

Aufgrund des Ausbruchs der Covid-19-Pandemie wurde in vielen Unternehmen die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten eingeführt oder stark ausgeweitet. Neben der oft positiven Resonanz auf Arbeitgeber- als auch auf Arbeitnehmerseite hat die Verlagerung des Arbeitsplatzes auch steuerliche Konsequenzen. Die wichtigsten möchten wir im Folgenden kurz vorstellen.

 

Geltendmachung des Arbeitszimmers

Zu nächst ist folgendes zu beachten: Auch wenn viele von uns während der Corona-Zeit von zu Hause aus gearbeitet haben oder immer noch arbeiten: Leider bedeutet Heimarbeit nicht automatisch, dass wir die Kosten für ein Arbeitszimmer von unserer Steuererklärung 2021 abziehen dürfen.

 

Zum Beispiel zählt ein Arbeitsplatz am Esstisch oder in einer Ecke des Wohnzimmers steuerlich nicht als Arbeitszimmer. Zumindest vorläufig gilt dies auch für die besondere Situation während der Corona-Epidemie. Grundvoraussetzung für ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer ist ein geschlossener Raum, der als Büro eingerichtet ist. Somit dürfen sich in diesem Raum keine sachfremden Einrichtungsgegenstände wie Couch oder Kleiderschrank befinden. Durchgangsräume werden vom Finanzamt in der Regel ebenfalls  nicht akzeptiert.

Büromaterial und Telefonkosten

Ob Drucker, Notebook, Schreibtisch, Stuhl, Lampe oder Büromaterial – Gegenstände, die Sie als Arbeitnehmer für die Arbeit im Homeoffice erworben haben, können in Ihrer Steuererklärung als Arbeitsmittel deklariert und unter Werbungskosten erfasst werden. Und zwar unabhängig von der Corona-Zeit und unabhängig davon, ob man über ein absetzbares Arbeitszimmer verfügt oder nicht.

 

Es ist zu beachten, dass Arbeitsmittel nur bis zu einem bestimmten Preis in einem Steuerjahr deklariert werden dürfen. Oberhalb dieser Preisgrenze gelten sie nicht mehr als geringfügige Wirtschaftsgüter und müssen über mehrere Jahre hinweg abgeschrieben werden. Von Januar bis Juli 2020 betrug diese Grenze 952 Euro. Von Juli bis Dezember 2020 lag sie aufgrund der Mehrwertsteuersenkung bei 928 Euro.

 

 

Auch die Kosten für Telefon und Internet können als Werbekosten betrachtet werden. Bis zu 20 Prozent des Rechnungsbetrags, höchstens jedoch 20 Euro, können ohne Nachweis geltend gemacht werden, darüber nur mit Einzelnachweis. Ihr Arbeitgeber darf Ihnen den gleichen Betrag an Telekommunikationskosten pro Monat steuerfrei zurückerstatten.

 

Beachten Sie bitte auch Folgendes: Wenn Sie normalerweise mit dem Auto zur Arbeit pendeln und nun wegen Corona ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten, sparen Sie zwar Benzin, können aber auch nur entsprechend geringere Fahrtkosten von Ihrer Steuererklärung abziehen. Anderes gilt hinsichtlich der Zuschüsse für öffentliche Verkehrsmittel. Sie bleiben erhalten bzw. können als Werbungskosten abgesetzt werden.

 

Arbeiten in einem anderen EU-Land

In der Corona-Zeit ist die Frage der steuerlichen Behandlung der Vergütungen von Arbeitnehmern, die normalerweise im Ausland, jetzt aber in ihrem heimischen Arbeitszimmer arbeiten, natürlich von großer Bedeutung. Aus deutscher Sicht gilt dies insbesondere für die große Zahl von Mitarbeitern, die in einem der Nachbarländer arbeiten. Um Corona-bedingte steuerliche Nachteile zu vermeiden, hat Deutschland daher mit Österreich, Luxemburg, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und der Schweiz bilaterale Übergangsabkommen geschlossen. Die Kernaussagen hierzu lauten:

 

Arbeitstage, an denen aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid 19-Pandemie Lohn bezogen wird und an denen die Arbeitnehmer ihre Arbeit im Home-Office verrichten, gelten als Arbeitstage in dem Vertragsstaat, an denen die Arbeitnehmer ihre Arbeit normalerweise verrichtet hätten. Dies gilt jedoch nicht für Arbeitstage, die unabhängig von diesen Maßnahmen im Home-Office verbracht werden oder für Arbeitnehmer, die aufgrund ihres Arbeitsvertrages im Home-Office arbeiten.

 

Gleiches gilt für Grenzgänger, die nicht an ihrem Wohnsitzstaat, sondern im anderen Land arbeiten und in der Regel jeden Abend an ihren Wohnort zurückkehren. Sie werden so behandelt, als ob sie ihre Arbeit wie gewohnt an ihrem tatsächlichen Arbeitsort – und nicht in ihrem Home-Office – verrichtet hätten.

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