Homeschooling – Die besten Apps & Websites für den Unterricht zu Hause

 

 

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Vor dem Frühjahr 2020 war der Begriff „Homeschooling“ ein sehr kontrovers diskutiertes Thema. Eltern, die die Ansicht vertraten, dass staatliche Schulen unzureichend wären oder sich auf falsche Vorstellungen stützten, galten als kleine Randgruppe. Aber spätestens mit den durch Corona verursachten Schulschließungen in diesem Frühjahr war unsere Gesellschaft unweigerlich mit der Herausforderung des Homeschooling konfrontiert.

 

Schüler müssen über Wochen von zuhause aus lernen. Dabei wird deutlich, dass es niemals möglich sein wird, Lehrkräfte zu ersetzen. Trotzdem können motivierte Erziehungsberechtigte zumindest teilweise dabei unterstützen, fehlenden Präsenzunterricht auszugleichen. Aber wie so oft, ist aller Anfang schwer. Viele Eltern nutzen praktische Helfer, um ihren Schützlingen eine pädagogische Unterstützung bieten zu können. Es gibt immer mehr hilfreiche Websites und Anwendungen, die Homeschooling sehr gut unterstützen.

 

homeschooling welche länder
Lern-Apps im Google Play Store

Ein kurzer Blick in den Play Store von Google oder Apples App Store offenbart eine Vielzahl von interaktiven Lern-Apps. Aber können diese wirklich den herkömmlichen Schulunterricht ersetzen? Dies lässt sich mit einem „Jain“ beantworten. Zwar gibt es Apps und Websites, die relevante Bildungsinhalte bieten. Damit allein ist es aber nicht getan. Dem eignen Kind einfach das Smartphone mit der passenden Lern-App in die Hand zu drücken, ist der gänzlich falsche Weg. Das hat nichts mit Schule bzw. Unterricht zu tun.

 

Sicher, diese Apps bieten eine Menge Wissen und Trainingsmöglichkeiten. Aber es ist nicht nur der Inhalt, der zählt. Vor allem die Pädagogik spielt beim Lernen eine tragende Rolle. Dies gilt besonders für junge Lernende. Man sollte sich also immer der Tatsache bewusst sein, dass man auch mit den ausgefeiltesten Lern-Apps niemals einen Lehrer ersetzen kann. Dennoch sind Homeschooling-Anwendungen besser als nichts.

Verschaffen Sie sich einen Überblick

Natürlich sollte Ihr Kind nicht einfach unstrukturiert mit dem Lernen anfangen. Es ist wichtig, immer den Lernplan im Blick zu behalten. Leider hat der Lockdown Anfang 2020 gezeigt, dass nicht alle Lehrer auf eine funktioneirende Zusammenarbeit mit den Eltern bedacht sind.

 

Viele Eltern wussten einfach nicht, welchen Lehrstoff sie ihren Kindern vermitteln müssen. Im Rahmen des Homeschoolings empfiehlt sich deshalb ein Blick auf die Website der Kultusministerkonferenz. Diese setzt sich aus den Kultus- und Bildungsministern*innen der 16 Bundesländer zusammen.

 

Auf der Website werden nicht nur Homeschooling-Angebote vorgestellt, sondern auch spezifische Informationen über die Besonderheiten in den einzelnen Bundesländern aufgezeigt. Schließlich ist Bildung in Deutschland Ländersache. Glücklicherweise verlinkt die Seite direkt zu den einzelnen Onlineplattformen der Bundesländer. So kann man sich schnell hinsichtlich der Besonderheiten im eigenen Bundesland einen Überblick verschaffen.

 

erfahrungen mit fernunterricht
Website der Kultusministerkonferenz

Aber das ist noch nicht alles. So kann man sich auch die verschiedenen Apps ansehen, die von den Kultusministerien für das Homeschooling empfohlen werden. Viele dieser Angebote überzeugen nicht nur mit hochwertigen Inhalten.

 

Es gibt auch einige Apps, mit welchen sich der gesamte Lernprozess strukturieren und planen lässt. einn großer Vorteil besteht zudem darin, dass viele dieser Apps in Zeiten geschlossener Schulen kostenlos zur Verfügung stehen. Scoyo oder Learnattack können hier als Beispiele genannt werden. Abgesehen davon gibt es auch einige Produkte, die grundsätzlich kostenlos genutzt werden können. Hier ist die Lern-App ANTON einer der bekanntesten Vertreter.

Nicht alles, was Geld kostet, ist unbedingt besser

Aber Achtung: Nur weil eine Lern-App kostenpflichtig ist, bedeutet das nicht automatisch, dass sie besser ist als eine kostenlose Alternative. Als bestes Beispiel kann hier wieder ANTON angeführt werden. Obwohl diese App keinen Cent kostet, verfügt sie über eine riesige Auswahl an Inhalten.

 

Die Software überzeugt mit Inhalten zu Deutsch, Mathe, Biologie, Musik und Sachkunde. Man kann dabei aus über 200.000 verschiedene Aufgaben wählen. ANTON deckt zudem die Lehrpläne der Klassenstufen 1 bis 10 ab. Die App wird von der EU finanziell unterstützt. Das ist der Grund, warum dieses breitgefächerte Angebot kostenfrei zur Verfügung steht.

 

Anton - die kostenfreie Lern-App
ANTON – Die kostenlose Lern-Anwendung

Machen Sie sich mit dem Lehrplan vertraut

Man sollte das Rad nicht neu erfinden, wenn es um temporäres Homeschooling geht. Wenn man eine völlig andere Philosophie entwickelt als die Schule des Kindes, wird dessen schulischer Erfolg darunter leiden. Am besten folgt man dem schulischen oder staatlichen Lehrplan. So kann man nichts falsch machen.

 

Dabei sollte man sich nicht nur an den Inhalten, sondern auch an die pädagogischen Richtlinien orientieren. Viele Schulen stellen die notwendigen Informationen hierfür bereit. Der Lock-Down hat auch zur Folge, dass viele Lehrer kreativer geworden sind. Sie verschicken nicht nur Unterrichtsmaterial an die Eltern, sondern integrieren auch moderne Lernplattformen in Ihr Lehrkonzept.

 

Bundeszentrale für politische Bildung
Bundeszentrale für politische Bildung

Wenn einem das nicht reicht, steht einer Erweiterung der Unterrichtsmaterialien sicherlich nichts entgegen. Eine gute Quelle ist der Onlineauftritt der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier finden man eine Vielzahl von Materialien zu Politik, Geografie und Geschichte. Hervorzuheben sind nicht nur die kostenlosen PDF-Dateien, welche zum Download bereitstehen. Auch Lehrfilme bieten einen zusätzlichen Bildungswert für den Nachwuchs.

Langeweile ist hinderlich

Unterricht erweist sich meist als ineffektiv, wenn er nicht vielseitig und kurzweilig gestaltet ist. Sobald sich Kinder langweilen, stellen sie auf Durchzug. Ein Grund mehr, Ihr Kind nicht zu überfordern. Beim Homeschooling bietet es sich an, jeden Tag ein wenig zu lernen, als jeden Tag mit voller Leistung zu arbeiten.

 

Abwechslung ist dabei ebenso wichtig wie eine vernünftige Aufteilung der Lerneinheiten. Diese Ansicht teilen auch die Bildungsexperten des Grundschulverbands. Deshalb sollte man den Stundenplan jede Woche etwas abändern, um dem Kind die Möglichkeit zu geben, neue Themengebiete für sich zu entdecken.

 

Auch hier gibt es Angebote, die eine Abwechslung vom Lernalltag bieten. So hat der WDR mit „DieMauseinen guten Kompromiss zwischen Lernen und Entspannen geschaffen. Neben den bekannten Lach- und Sachgeschichten bietet diese Lern-App auch unterhaltsame kleine Spiele. So können sich die Kids auch mal eine wohlverdiente Pause gönnen und den Kopf freibekommen.

 

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DieMaus – Die Lern-Software des WDR

Der beste Ausgleich zum Lernen ist aber immer noch Bewegung. Auch wenn das Sportangebot durch Corona derzeit stark eingeschränkt ist, kann man dennoch eine kleine Radtour machen oder jetzt im Winter – soweit es das Wetter hergibt – einen Schneemann bauen.

Das Projekt „Corona School“

Corona hat viele von uns wachgerüttelt und uns daran erinnert, wie wichtig Solidarität ist. Sei es, indem wir für Mitmenschen, die einer Risikogruppe angehören, einkaufen oder sie auf andere Weise unterstützen.

 

In der sogenannten „Corona School“ haben sich zum Beispiel Schüler zusammengefunden, die sich gegenseitig unterstützen, wenn es Fragen zu schulischen Angelegenheiten gibt. Hier stehen die Lerngruppen per Videochat miteinander in Kontakt. Vor allem für Schüler in den höheren Klassenstufen kann dies eine wertvolle Hilfe sein. Denn irgendwann stoßen auch die Eltern an ihre inhaltlichen und pädagogischen Grenzen.

 

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