Neue Datenschutz- und Nutzungsbedingungen bei Whatsapp: Welche alternativen Messenger gibt es?

 

 

Whatsapp - Welche Alternativen gibt es?

 

Seit dem Tag , an dem WhatsApp seine neuen Nutzungsbedingungen angekündigt hat, ist das Web in Aufruhr. Ein regelrechter Shitstorm zeichnet sich ab und unzählige Nutzer steigen aus. Viele sind erbost, dass Whatsapp seine User-Daten dem Mutterkonzern Facebook zur Verfügung stellt, um sie für Werbezwecke zu verwerten. Wer die Nutzungsbedingungen bis zum 8. Februar nicht akzeptiert, kann nicht mehr auf Whatsapp zugreifen.

 

Tech-Gurus, wie Elon Musk und Edward Snowden raten nun sogar zu einem Wechsel zum Konkurrenzprodukt Signal. Doch auch andere Messenger-Dienste profitieren von der schwierigen Situation bei WhatsApp. Einer von ihnen, Threema, hat nun ebenfalls in einer Stellungnahme auf die Situation reagiert und verlauten lassen, dass die Downloads deutlich gestiegen sind. Das Gleiche gilt für Telegram.

 

Welche Alternativen gibt es?

Viele Whatsapp-Nutzer, die dem Messenger den Rücken kehren möchten, stellen sich nun die Frage, zu welcher Alternative man wechseln sollte. Wir geben Ihnen einen Überblick.

 

Threema: Der sichere Messenger aus der Schweiz

Whatsapp-Alternative: Threema kann auch am PC oder auf dem Tablet genutzt werden

Die Nutzerbasis von Threema ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und der aktuelle Unmut der Whatsapp-Nutzer dürfte nun für einen zusätzlichen Schub sorgen. Wie der Anbieter in einer Mitteilung bekannt gab, sollen die Nutzerzahlen in den letzten Tagen geradezu explodiert sein, obgleich die App im Gegensatz zu Signal oder Telegram kostenpflichtig ist. Auch in den Charts des App-Stores lässt sich dieser Trend nachvollziehen.

Dort ist Threema die Nummer eins unter den kostenpflichtigen Apps. Das ist vor allem bei Apple beeindruckend. Deren App „Blitzer Pro“ stand früher immer an der Spitze der Download-Charts. Nun hat Threema die Führung übernommen. Aber auch im Googles Play Store ist der Messenger-Dienst neuerdings die Nummer eins unter den zahlungspflichtigen Apps. In Deutschland kostet der Messenger 3,99 Euro.

 

Zudem ist es Threema gelungen, einen seiner größten Kritikpunkte ausräumen. Dem Dienst wurde oft vorgeworfen, dass er nicht quelloffen sei und daher keinen Einblick in die App erlaube. Ein Problem, das schon seit einigen Jahren bestand. Doch Ende des Jahres 2020 wurde auch hier nachgebessert. Threema ist nun Open Source und macht damit den kompletten Quellcode seiner Software öffentlich zugänglich.

 

Signal: Messenger mit starkem Fokus auf Privatsphäre

Whatsapp-Alternative: Auch Signal verfügt über einen Client für den PC und das Tablet

Neben Threema scheint Signal im Moment der Hauptnutznießer der Whatsapp-Misere zu sein. Seit Tagen dominiert die kostenlose App den App Store und Play Store. Bei Neuanmeldungen kam es immer wieder zu Störungen da das System überlastet war. Elon Musk, der Gründer von Tesla und seit kurzem der reichste Mann der Welt, könnte dafür verantwortlich sein. „Benutzt Signal“, schrieb er an seine mehr als 40 Millionen Twitter-Follower.

 

Signal ist seit Jahren bekannt für seine verlässliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und seine unabhängige Struktur als Non-Profit-Organisation, welche von einer Stiftung geführt wird statt von einem großen Technologieunternehmen. Signal ist vor allem als Kommunikationstool für Aktivisten bekannt, die besonders auf ihre Privatsphäre bedacht sind.

 

Der Datenverkehr auf Signal ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das bedeutet, dass nur die an der Konversation Beteiligten den Inhalt einer Nachricht lesen können. Hierzu sind weder Außenstehende noch das Unternehmen selbst in der Lage.

 

Telegram: Der vermeintlich sichere Messenger

Whatsapp-Alternative: Telegram ist kostenlos, aber nicht wirklich sicher

Telegram, eine der beliebtesten Alternativen zu WhatsApp, gilt als sicher – was aber nicht unbedingt zutrifft. Zunächst einmal werden Telegram-Chats standardmäßig gar nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt. Diese erfolgt nur wenn Nutzer explizit sogenannte geheime Chats einrichten. Reguläre Chats sind zwar verschlüsselt, werden allerdings über die Cloud  auf Telegram-Servern zwischengespeichert, wo der Anbieter sie theoretisch entschlüsseln und mitlesen kann.

 

Der Messenger bietet Gruppen von bis zu 250.000 Mitgliedern und Filesharing von große Dateien – aber auch Bots, mit denen sich der Funktionsumfang erweitern lässt, was aber zu Missbrauch einlädt. Darüber hinaus sind alle üblichen Chat-Funktionen an Bord.

 

Telegram wird immer als Open-Source-Anwendung beworben. Das spräche eigentlich auch für den Messenger, da Open-Source-Anwendungen von externen Experten geprüft und analysiert und dadurch Bugs oder Sicherheitslücken viel schneller gefunden werden können. Allerdings gilt dies nur für den Telegram-Client. Der Servercode von Telegram ist nicht öffentlich zugänglich. Was den Servern des Anbieters geschieht, bleibt im Dunkeln. Außerdem sind die Standorte der Telegram-Server unbekannt, so dass auch die dort geltenden Datenschutzgesetze nicht ersichtlich sind.

 

Nicht zuletzt sei allerdings erwähnt, dass verschiedene rechte Gruppen und Corona-Leugner sich seit Beginn der Corona-Pandemie auf Telegram tummeln – vermutlich wegen der vielen zusätzlichen Add-ons.

 

Die beste Alternative zu Whatsapp? Unser Ranking!

Platz 3 – Telegram: Wie aus dem Vergleich ersichtlich, ist Telegram keine sichere Alternative zu WhatsApp, allein schon deshalb, weil die Kommunikation standardmäßig nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt wird. Die Daten werden permanent auf Servern gespeichert werden, wo der Anbieter sie jederzeit mitlesen könnte.

 

Platz 2 – Signal: Signal genießt in Fachkreisen einen sehr guten Ruf und ist gewiss eine gute Alternative zu WhatsApp. Allerdings setzt Signal wie WhatsApp die Preisgabe persönlicher Daten voraus, wie z.B. die Telefonnummer. Als US-amerikanische Firma unterliegt Signal zudem dem CLOUD Act, der US-Behörden dazu berechtigt, sich Zugriff auf Daten von US-amerikanischen IT-Dienstleistern zu verschaffen.

 

Platz 1 – Threema: Im Jahr 2012 wurde Threema als sichere und datenschutzfreundlicher Gegenentwurf zu WhatsApp ins Leben gerufen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Schweizer Messenger in Sachen Datenschutz und Sicherheit auf ganzer Linie überzeugt. Threema ist der einzige Dienst, der das Credo „Privacy by Design“ erfüllt: Es werden nur Daten erhoben, die für den Betrieb unbedingt notwendig sind. Threema kann ohne Angabe von persönlichen Daten wie Telefonnummern oder E-Mail-Adressen genutzt werden.

 

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